WEGBEREITER - WEGBEGLEITER | Ludwig Laser - Peter Zaumseil
Ausstellungsdauer: 28.06. bis 27.09.2026 im Museum im Unteren Schloss
Im Unteren Schloss Greiz kommt es im Rahmen der Sonderausstellung zu einem Gipfeltreffen von Weggefährten, deren Freundschaft über Jahrzehnte ein Quell gegenseitiger künstlerischer Inspiration und einer Zusammenarbeit darstellt.
Beide prägten und prägen mit ihrem Wirken die Kulturlandschaft des Vogtlandes entscheidend.
Peter Zaumseil, neben dem Fürstlichen Park in Greiz/Thüringen geboren, wurde stark durch die sich ständig verändernde Natur dieses wunderschönen Landschaftsparks beeinflusst.
Die Faszination an der Malerei wurde ihm in die Wiege gelegt - die Staffelei seines Großvaters hat er heute noch.
Sein Oevre umfasst alle gestalterischen Facetten, die seiner künstlerischen Ausdruckskraft dienlich sind.
Malerei und Grafik bilden den Kern seines künstlerischen Wirkens.
In dieser Ausstellung stehen die vielgestaltigen Holzschnitte im Fokus.
Seine Holzschnitte faszinieren durch die Verbindung von Tradition und eigenen Sujets. Er nutzt diese alte, heute sehr selten genutzte Kunsttechnik und füllt sie mit seinen Kompositionen sowie Inhalten.
Der kunsthandwerklichen Meisterschaft des Schnittes in Holzplatten wird die künstlerische Idee oft mit einem „zwinkernden Auge“ an die Seite gestellt.
Seine Bilderwelten können uns in die Ferne tragen, inspirieren zur Auseinandersetzung mit historischen Themen, lassen in uns Naturräume entstehen und führen uns in die Tiefe des menschlichen Fühlens.
Ludwig Laser ist im Vogtland verwurzelt. Er agiert mit der klaren und einzigartigen Formensprache seiner Keramik als Botschafter unserer Region in der Welt. Große Kunstobjekte und Gebrauchskeramik entstehen gleichermaßen, sind aber von einem künstlerischem Grundkonzept geprägt, welches Idee und Form verbindet. Seine großartige Meisterschaft im Umgang mit dem keramischen Material offenbart eine spezielle Gestaltungs- und Brenntechnik, die in Japan entwickelt wurde - Raku.
Raku (bedeutet Freude oder Glück) ist eine faszinierende Brenntechnik, die bis in das 16. Jahrhundert nachzuweisen ist und viele Gestaltungsräume eröffnet.
Raku-Glasuren schmelzen zwischen 800 °C und 1000 °C. Glühend heiß werden seine Kunstwerke aus dem Brennofen gezogen, um mit organischem Material (z. Bsp. Sägespänen) „geräuchert“ zu werden.
Die Glasuroberfläche reißt beim Abkühlen, wodurch das typische Krakelee entsteht. Färbende Oxide sind meist Eisenoxid oder Kupferoxid, die wegen der starken Farbveränderung Verwendung finden.
Es entstehen einzigartige Unikate.
Aspekte des Spiels der Elemente, des kontrollierten Zufalls fließen in die Kunstobjekte, die nur nur durch die Erfahrungen des „Meisters“ kontrolliert werden können.
Zwei Künstler, zwei künstlerische Schwerpunkte, zwei Wahrnehmungen, zwei Ausdrucksformen, zwei Materialien.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Ausstellung und fasziniert durch die Vielgestaltigkeit, die ihren Höhepunkt in einem „Rollentausch“ der künstlerischen Aufgabenschwerpunkte erfährt. Der Maler wird Keramiker - der Keramiker wird Maler.
Künstlerische Arbeit kennt weder Grenzen noch Vorgaben des Materials!
In der Sonderausstellung im Museum im Unteren Schloss stellt Ludwig Laser Keramik und Malerei aus.
Peter Zaumseil rundet die gemeinsame Ausstellung mit Keramik, 80 Holzschnitten, bemalten Druckstöcken, Kettensägen-Holzskulpturen und Künstlerbücher ab.
Die Ausstellung ist täglich dienstags bis sonntags von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.
Seelenlandschaften - Zeitgenössische Kunst in den Residenzschlössern Greiz
Ausstellungsdauer: 04.10. - 22.11.2026
Mit fünfzehn internationalen Künstlerinnen und Künstlern entfaltet die Ausstellung ein breites Spektrum visueller Ausdrucksformen: geometrische und symbolisch aufgeladene Acrylmalerei, atmosphärische Landschaften in Öl, visionäre Mixed-Media-Bildwelten, sinnlich geprägte Figuration, Farbfeldmalerei, textbasierte konzeptuelle Arbeiten, fotografisch-malerische Hybridformen, Assemblagen und Objektarbeiten aus Vinyl sowie materialexperimentelle Ansätze. Die Vielfalt dieser künstlerischen Verfahren lässt die Idee der „Seelenlandschaft" nicht als feststehendes Bild erscheinen, sondern als eine Erfahrung, die sich aus Farbe, Oberfläche, Rhythmus, Geste, Materialität und Raum zusammensetzt.
Über diese unterschiedlichen künstlerischen Verfahren hinweg erscheint Landschaft weniger als Genre denn als Form des Bewusstseins. Ein Horizont kann Freiheit oder Trennung bedeuten; ein Farbfeld kann zu einem emotionalen Klima werden; eine materielle Spur kann Abwesenheit ebenso wie Präsenz hervorrufen. Was sich dem Auge zeigt, wird fortwährend durch Erinnerung, Begehren, Angst, kulturelle Erfahrung und Vorstellungskraft verändert. Die Werke führen vor Augen, dass die Wahrnehmung der Welt niemals vollständig von der Wahrnehmung des eigenen Selbst zu trennen ist.
Die Figuration eröffnet eine intimere Ebene. Körper und menschliches Gesicht werden zu Orten der Auseinandersetzung mit Sinnlichkeit, Selbstwahrnehmung, Identität, Verletzlichkeit und gesellschaftlicher Existenz. In sozialkritisch ausgerichteten figurativen Positionen gerät das Individuum in ein Spannungsverhältnis zu einer Welt, die von Entfremdung, Instabilität und der Suche nach Sinn geprägt ist. Die Ausstellung bewegt sich damit immer wieder zwischen persönlichem Empfinden und den größeren gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen dieses Empfinden entsteht.
Die historischen Räumlichkeiten des Museums im Unteren Schloss Greiz bilden für diese Begegnung einen besonders resonanten Rahmen. In Räumen, die von Geschichte und kulturellem Gedächtnis geprägt sind, eröffnen zeitgenössische künstlerische Positionen neue Wahrnehmungs- und Erfahrungsräume. Vergangenheit und Gegenwart treten miteinander in Dialog, während die Architektur des Museums selbst zu einem Ort der Begegnung zwischen äußerer Umgebung und innerer Reflexion wird.
Murmelbahn-Landschaften - Die längste Murmelbahn im Vogtland von Dietmar Reinhardt im Unteren Schloss
Begeisterte Besucher des Museums im Unteren Schloss kennen die „Längste Murmelbahn im Vogtland“, welche sich über zwei Etagen erstreckt und die Kinderaugen zum Leuchten bringt.
Unsere ehemalige Weihnachtsausstellung, die nun in die Dauerausstellung integriert wurde, ist dem vogtländischen Schöpfer dieser einzigartigen Murmelbahnlandschaften gewidmet. In den historischen Räumen des Unteren Schlosses wird dieser SpielSpaß des Murmelns die Kinderherzen schneller schlagen lassen, denn zahlreiche Bahnen werden nicht nur das Auge erfreuen, sondern unseren großen und kleinen Gästen das Begreifen in seiner eigentlichen Bedeutung nahe bringen – wieder steht das gemeinsame Spielen im Unteren Schloss im Fokus.
Der SpielSpaß lädt ein die Museumsräume spielerisch zu entdecken und bekanntes neu zu erleben. In der Werkstatt von Dietmar Reinhardt entstehen Wandkugelbahnen und freistehende Murmeltürme in verschiedenen Größen und Fertigungsarten. Alle Murmellandschaften sind Unikate und somit einzigartig.
Immer wieder werden liebevolle Details und neue Ideen in die Murmelbahnen eingebaut. Natürliche Gegebenheiten – Baumstämme oder Zweige werden mit verarbeitet und bilden somit die Individualität dieser Schöpfungen ab. Aus Holz und Korbweide entstehen Kunstobjekte, die bezaubern und die Betrachter in eine vergangene Welt der natürlichen Kindheitsspiele, als eine Murmel in jeder Hosentasche der Kinder zu finden war, entführt. Türmchen und Burgen sind Ideengeber und lassen Kindern sowie Erwachsenen viel Platz zum träumen und entdecken.
Interaktive Kunstwerke, die als Boten aus fast vergessenen Zeiten eine Brücke in unsere Gegenwart bauen und zu einem selbstverständlichen Umgang anregen – Spiel- und Entdeckungszeit im Museum im Unteren Schloss Greiz.